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Was ist das - eine Binnendüne?
Jedenfalls etwas ziemlich Einmaliges. Die Düne im Bonner Ortsteil Tannenbusch gehört zu den wenigen Binnendünen, die es in Deutschland überhaupt noch gibt. So ein seltenes Biotop steht natürlich unter Naturschutz.

 

 

Vor etwa 11 000 Jahren, am Ende der letzten Eiszeit, trieben heftige Winde den Rheinsand hierher und türmten eine mächtige Dünenkette auf. Sie war ursprünglich acht Kilometer lang und 600 Meter breit. Diese Dünen waren damals im Rheinland gar nicht so selten. Das knapp sieben Hektar große Naturschutzgebiet "Düne Tannenbusch" steht erst seit 1989 unter Schutz. Naturräumlich gehört es zur Köln-Bonner Rheinebene und ist Teil eines weitläufigen Flugsandfeldes auf der Niederterrasse des Rheins. Die Bezeichnung "Dannenbusch" findet sich erstmals 1640. Offene Sandflächen ermöglichten den Fortbestand der dünentypischen Vegetation.


 

Doch die Düne hat auch historisch eine bewegte Vergangenheit. Die erste Siedlung ist 800 bis 600 v. Chr. nachgewiesen. Im 17. und 18. Jahrhundert wurde die Düne von den Kölner Kurfürsten als Jagdrevier genutzt. Während der französischen Besatzung 1794 bis 1814 wurden hier französische Soldaten beerdigt. 1817 folgten ein Exerzierplatz und über 120 Jahre militärische Nutzung. Um Sandauswehungen auf anliegende Felder zu verhindern, wurde das Gelände 1828 umzäunt und bepflanzt.

Zwischen den Weltkriegen begann die bauliche Erschließung. Nur ein schmaler Sandrücken blieb von der Bebauung verschont. Schutzziele sind der Erhalt der Sandtrockenrasen und Halbtrockenrasen, die Wiederherstellung der ursprünglichen dünentypischen Lebensgemeinschaft sowie Schutz und Erforschung des Silbergrases. Dieses typische Gras der Binnendünen ist optimal an offene Sandflächen angepasst. Die Biologische Station Bonn und der Botanische Garten der Universität Bonn führen seit 1997 das Forschungsprojekt "Silbergras" durch.

 

Text und Fotos: Copyright Presseamt der Bundesstadt Bonn